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Freizeit & Reisen

Österreich von der Straße aus erleben

Österreich von der Straße aus erleben

In der momentanen Situation muss man bei der Urlaubs und Freizeitgestaltung kreativ werden. Zum Glück lassen sich viele österreichische Landschaften sicher vom Auto oder Motorrad aus erkunden. Und wenn es die Corona-Vorschriften erlauben, lohnt sich vielerorts auch ein Abstecher in Museen, Buschenschänken und regionale Läden.

Wenn die Jugend heutzutage von einem „Roadtrip“ spricht, ist das einfach das englische Wort für „... ich setze mich ins Auto oder aufs Motorrad und erkunde schöne Gegenden, Landschaften und Orte“. Ganz nach dem Motto: „Der Weg ist das Ziel!“ Diese Art des Reisens und Erlebens ist gerade in Zeiten wie diesen – in denen Abstandsregelungen, Hygienevorschriften und Co. regieren – eine sichere. Wir stellen Ihnen die schönsten Themenstraßen Österreichs vor. Also rein ins Auto, gemütlich aufs Gas steigen und der „Roadtrip“ kann beginnen …

 

Waldviertler Textilstraße

Der Norden Niederösterreichs – das mystische und zugleich charmante Waldviertel – ist seit jeher eng mit der Textilindustrie verbunden. Das Herzstück der Waldviertler Textilstraße bilden die drei Textilmuseen in Weitra, Groß Siegharts und Waidhofen an der Thaya, insgesamt laden aber 40 Stationen zu Ausflügen und Entdeckungen in die Geschichte, aber auch in die Gegenwart der Textilregion ein. Bei einem Stopp in Weitra kann man einen Blick in die ehemalige renommierte k.u.k. Mode - warenfabrik Hackl & Söhne werfen. In der alten Fabrik, die einst über 500 Mitarbeiter beschäftigte, bestaunt man heute alte Stoffdruckmodel, Textilentwürfe, Webstühle und original erhaltene Stoffkollektionen. Ein Besuch lohnt sich auch bei der Zwirnknopferzeugung von Maria Fiedler, der einzigen in Österreich. Wer dazwischen ein bisschen shoppen möchte, ist bei Trachtenschneiderin Elfi Maisetschläger genau richtig. Ebenfalls zum Textilgewerbe gehört die Papier - mühle Mörzinger, hier wird noch handgeschöpftes Büttenpapier hergestellt. Außerdem kann man sein eigenes Briefpapier produzieren. Bunt wird es in der Frottierfabrik Framsohn in Heidenreichstein. Bademäntel und Handtücher können in der ganz individuellen Lieblingsfarbe hergestellt werden. In der ehemaligen Bandweberei in Groß Sieg - harts wird anschaulich dargestellt, welch Mühen das Bandweben für die Menschen damals war – daher kommt wohl auch der Begriff „obandlt“, also fix und fertig sein.

TIPP: Die Waldviertler Textilstraße ist auch für Radfahrer geeignet und gut beschildert.

 

Burgenländische Weinstraßen

Gleich vier Weinstraßen führen durch das Burgenland – kein Wunder, es ist ja mit seinen 15.000 Hektar auch das zweitgrößte Weinanbaugebiet Österreichs. Das größte Weinanbaugebiet des Burgenlands liegt rund um den Neusiedler See. Hier gedeihen grandiose Rotweine, dominiert vom Blauen Zweigelt, aber auch gehaltvolle Weißweine werden gekeltert. Die Weinstraße Neusiedler See führt entlang des Ostufers in die Salzsteppe des Seewinkel mit ihrer außergewöhnlichen Tier- und Pflanzenwelt. Eine heiß begehrte Ausnahmeerscheinung sind die Süßweine aus dem geografischen Dreieck Podersdorf-Illmitz-Apetlon, die hier dank des Mikroklimas und der sandigen Böden gedeihen. Westlich des Sees verläuft die zweite Weinstraße – die Weinstraße Neusiedler See-Hügelland. Pinot Blanc, Chardonnay und Welschriesling heißen die Weißweine, die entlang des Leithagebirges wachsen. Auf dieser Route führt kein Weg an der Stadt Rust vorbei – die kleine Barockstadt ist eine der bedeutendsten Weinstädte Österreichs. Hier wird außerdem der „Ruster Ausbruch“, ein edelsüßer Weißwein, erzeugt. Zwischen dem Ödenburger Gebirge, der Buckligen Welt und den Günser Bergen verläuft die Weinstraße Mittelburgenland. Hier dominiert ein besonders kraftvoller, erdiger Rotwein – der Blaufränkische. Wer durch die jahrhundertealten Weingärten spazieren möchte, begibt sich in Horitschon auf den 1,5 Kilometer langen Rotweinpfad. Anschließend lohnt es sich natürlich, durch die Kellergassen zu flanieren und die herrlichen Weine zu probieren. Hier im Mittelburgenland gibt es wohl die größte Dichte an herausragenden Winzern, die bereits national und international Preise gewonnen haben. Neben den Weinen sollte man auf dieser Weinstraße auch den zahlreichen Burgen und Schlössern an der Strecke einen Blick oder sogar einen Besuch widmen.

TIPP: In Stoob, der Heimat des „Plutzers“ – der typische burgenländische Tonkrug –, können Gäste in der Stoober Keramikfachschule ihren eigenen Weinkrug töpfern. Klein, aber fein ist das Weinanbaugebiet Südburgenland. Kult ist hier der Uhudler – hellrot ungeschmacklich ähnlich den Erdbeeren oder Ribiseln. Wer in diesem sanften Hügelland mit seinen zahlreichen Buschenschänken städtische Abwechslung sucht, ist in Güssing richtig. Besonders sehenswert ist hier die eindrucksvoll auf einem Vulkankegel erbaute Burg.

 

Apfelstraße

Auf der steirischen Apfelstraße im Raum Puch erlebt man im April und Mai 25 Kilometer weiß-rosa Blütenpracht, wenn über eine Million Obstbäume blühen. Mindestens genauso schön ist es allerdings im Herbst, wenn die Blätter in Gelb, Orange, Rot leuchten und die Äste hängvoll mit reifen Äpfeln sind. Die Straße schlängelt sich durch stille Dörfer und lauschige Wälder, vorbei an stattlichen Bauernhöfen. Neben den Apfelerzeugnissen, die man bei den rund 30 Obstbauern, zehn Gasthöfen und zwei Buschenschänken verkosten kann, gibt es in dieser liebenswerten Gegend auch viel Handwerk zu entdecken. Schautafeln geben Auskunft über die Tradition von Töpferei, Schnitzerei, Glasritzen, Schafwollverarbeitung und Korbflechten. Interessant ist auch ein Abstecher zu den drei Museen der Apfelstraße. Zum einen das Haus des Apfels in Puch, das Bauernmuseum Franz Höfler in Floing sowie das Keltendorf am Fuß des Kulmbergs. Nicht unerwähnt sollte man auch den „Abakus“ lassen. Diesen oststeirischen Apfelschnaps brennen jedes Jahr 23 ausgewählte Männer nach einem uralten Ritual. Der Abakus gilt als höchste Vergeistigung des Apfels, denn jeder der auserwählten „Apfelmänner“ muss der Entwicklung des Apfels im Jahreskreis der Natur huldigen. Die Erzeugung des Schnapses ist ein gut gehütetes Geheimnis. Bekannt ist nur, dass jährlich exakt 1.444 Flaschen Abakus abgefüllt und zum Preis von 104,44 Euro pro Stück verkauft werden. Übrigens macht laut den Steirern der stete Genuss von Äpfeln groß und stark. Nicht umsonst heißt eine Apfelsorte hier „Arnold“ – benannt nach dem Schauspieler und ehemaligen kalifornischen Gouverneur.

TIPP: In Puch bei Weiz findet jedes Jahr Ende April das Apfelblütenfest statt!

 

Mühlviertler Museumsstraße

Regelrecht eine Reise in die Vergangenheit ist die Museumsstraße durch das oberösterreichische Mühlviertel, in dem die Zeit stehen geblieben scheint. Mehr als 30 Museen und Ausstellungen laden entlang der Strecke zu einem Besuch ein. Säge-, Mehl- und Leinölmühlen gaben dem Mühlviertel seinen Namen. Zahlreiche Mühlen findet man heute noch, zum Beispiel im Freilichtmuseum Venezianersäge in Windhaag. Acht Stockwerke mit unterschiedlichen Facetten aus dem alltäglichen Leben der Region besteigt man im Freistädter Schlossmuseum, das sich im gotischen Turm des Schlosses befindet. Alles Leinen! Die Leinenweberei und die Textilverarbeitung haben hier Tradition, das zeigen das reich ausgestattete Webereimuseum in Haslach und das Färbermuseum in Gutau. Ebenso alt wie die Weberei ist hier im Mühlviertel auch die Schmiedekunst. Das Zentrum dafür war einst Lasberg bei Freistadt. Zahlreiche alte Handwerksbetriebe sind noch im Urzustand erhalten, und in der Hammerschmiede kann man sogar den Lasberger Glücksheller auf dem Münzprägestock schlagen. Der Genuss kommt im Mühlviertel aber auch nicht zu kurz. Das zeigen unter anderem das 1. Oberösterreichische Schnapsmuseum in St. Oswald oder das Mostmuseum in Neumarkt im Mühlkreis – Verkostung natürlich inklusive. TIPP: Am besten bereist man die Mühlviertler Museumsstraße von April bis Oktober, da in den Wintermonaten viele Museen geschlossen haben.

 

Großglockner Hochalpenstraße

Wer ganz hoch hinaus will, ist auf der 48 Kilometer langen Großglockner Hochalpenstraße, die die Bundesländer Salzburg und Kärnten miteinander verbindet, genau richtig. Die Überquerung des Alpenhauptkamms ist ein unvergessliches Erlebnis. Die Straße schlängelt sich in zahlreichen Serpentinen durch die Bergwelt des Nationalparks Hohe Tauern, vorbei an blühenden Almwiesen und mächtigen Felsen, bis man schlussendlich das ewige Eis, den Gletscher des Großglockners, erreicht. Aber nicht nur der Panoramablick auf die 3000er ist die Fahrt wert. Auch Murmeltiere und Greifvögel können mit etwas Glück beobachtet werden – es lohnt sich daher, das Auto ab und zu in den Parkbuchten stehen zu lassen und ein paar Schritte den markierten Wegen zu folgen. Viel Interessantes über Flora und Fauna sowie den Bau der Straße gibt es in den Ausstellungen entlang der Hochalpenstraße zu entdecken. Die Großglockner Hochalpenstraße ist mautpflichtig. Der Eintritt aller Ausstellungen entlang der Straße ist im Preis inkludiert. Die Straße ist von Anfang Mai bis Anfang November geöffnet.

 

Nockalmstraße

Abwechslungsreich und wunderschön ist auch die 34 Kilometer lange Nockalmstraße in Kärnten. In 52 Kehren und mit sanfter Steigung verläuft sie zwischen den „Nock’n“. Neben den grünen Gipfeln der Nockberge, die in beeindruckendem Kontrast zu der schroffen und vereisten Hochgebirgswelt stehen, können auch weitläufige Almen und der größte Zirbenwaldbestand der Ostalpen bestaunt werden. Entlang der Straße befinden sich zahlreiche Ausstellungen, die mit dem Mautticket kostenlos zu besuchen sind. Da gibt es Wissenswertes über die Entstehung der Straße und die urzeitlichen Kräfte, die die Nockberge schufen. Nicht verpassen sollte man das Biosphärenpark-Zentrum mit Ausstellung und 3D-Kino im Nockalmhof. 42 vital in OÖ FESTUNG KUFSTEIN

TIPP: Wer mit Kindern unterwegs ist, folgt dem Maskottchen „Nocki“. „Nocki“ weist den Weg zu tollen Erlebnisspielplätzen und Wanderungen für die Kleinen. Die Nockalmstraße ist von Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet. Im Juli kommen vor allem Bewunderer der schönen Flora auf ihre Kosten, denn da blühen auf weiten Flächen die Alpenrosen und lassen ganze Berghänge regelrecht in ihrem Rosa leuchten.

 

Tiroler Straße der Schlösser und Stifte

Entlang des Inns, einmal links, dann wieder rechts davon, verläuft die 155 Kilometer lange Straße der Schlösser und Stifte. Von Kufstein bis Landeck erlebt man ein wesentliches Stück Tiroler bzw. österreichischer Geschichte. Burgen und Schlösser waren nicht nur Orte der Zuflucht und Überwachung, sondern später in Form von Schlössern auch bedeutende Adelssitze. Die Besonderheit an der Tiroler Schlösserstraße ist, dass die Burgen und Schlösser in Sichtweite zueinander liegen. Diese Einzigartigkeit ist auf ein uraltes Nachrichtensystem zurückzuführen – mit großen Feuern konnte man direkt von Burg zu Burg kommunizieren. Die Schlösserstraße mit ihrer hohen Dichte an diesen beeindruckenden Gebäuden erfreut heutzutage alle mit einem Sinn für Historik und Architektur, gespickt mit der natürlichen Schönheit der Tiroler Landschaft.

 

Die Bregenzerwälder Käsestraße

Kulinarisch wird es in unserem westlichsten Bundesland, in Vorarlberg. Uralt ist hier die Käsekultur, und zu ihrer Förderung wurde 1998 die Bregenzerwälder Käsestraße gegründet. Etwa 1.200 Milchbauernfamilien gibt es in dieser Region, sie produzieren zusammen etwa 50.000 Tonnen Milch pro Jahr. In 20 kleinen Dorfsennereien und auf 90 Milchalpen wird Käse hergestellt – darunter Bregenzerwälder Berg- und Alpkäse, Emmentaler, verschiedene Schnittkäse, Weichkäse, Frischkäse und Schaf- sowie Ziegenkäse. Insgesamt erstreckt sich die Käsestraße über 110 Kilometer und führt zu Käsemachern, Sennereien, Schaubetrieben, Sennalpen, Käsewirten und Museen. TIPP: „Käsige“ Höhepunkte sind die Alpkäseversteigerung am 1. Mai sowie der Almabtrieb im Herbst mit anschließendem Alptag in Schwarzenberg, wo die Bergkäseprämierung stattfindet.

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